Bewegte Unternehmer beim KUS-Unternehmerfrühstück in Baar-Ebenhausen

Veröffentlicht am: 27 Sep. 18 in der Kategorie Aktuelles


„Sitzen Sie gut?“ Eine Frage, die sich ab sofort auch die über 70 anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Landkreis künftig öfter stellen werden. Unter dem sportlich motivierten Thema „Wer länger sitzt ist früher tot“ hat das Kommunalunternehmen Strukturentwicklung Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm (KUS)  in Charice´s Sportalm im Sportheim Baar-Ebenhausen eingeladen.

„17 Millionen Menschen in Deutschland üben eine sitzende Tätigkeit aus, starten den Tag in dieser Position beim Frühstückstisch und beenden ihn auch so abends auf dem Sofa“, zitierte Personaltrainerin Cornelia Gehrmann eingangs aktuelle Zahlen. Der Arbeitsweg findet im Auto statt, ins Büro kommt man über einen Aufzug, während der Arbeit verlässt man den Stuhl selten und auch die Mittagspause findet nicht stehend statt. Damit verbringen Mitarbeiter durchschnittlich 85 Prozent ihrer Lebensarbeitszeit im Sitzen. Das sind 7,4 Stunden am Tag. „Eine erschreckend hohe Zahl wenn man bedenkt, dass über sechs Stunden sitzen am Tag die Lebensdauer um 20 Prozent reduziert“, so Gehrmann. 3,4 Millionen Menschen sterben im Schnitt durch das Rauchen von Zigaretten. Die Anzahl der Todesfälle aufgrund mangelhafter Bewegung sei fast identisch.

Auch die aktuellen Zahlen der Techniker Krankenkasse sprechen für sich: Arbeitnehmer sind im Schnitt knapp drei Wochen (14,3 Tage) pro Jahr im Krankenstand. Hauptursachen sind neben psychischen Problemen vor allem Rücken- und Gelenksbeschwerden. Erkrankungen, denen man schon mit kleinen Maßnahmen entgegenwirken kann: „Nach 30 Minuten sitzen sollte man eine zweiminütige Bewegungspause einlegen“, rät die Personaltrainerin aus Pfaffenhofen. Verschiedene Bewegungskonzepte in den Arbeitsalltag zu integrieren fördere nicht nur die Durchblutung, sondern verbessere auch die Atmung und das Lungenvolumen, Gelenke und Muskulatur werden ausgeglichen trainiert und gefördert. „Und auch das Arbeitsklima verbessert sich nachhaltig positiv“, so Gehrmann weiter. Nachdem die Teilnehmer durch viele kleine Übungen animiert wurden, schloss Gehrmann den Vortrag mit einem Appell an die Geschäftsführung ab: „Um eine bewegte und gesunde Firma zu erhalten, muss der Chef mit gutem Beispiel voran gehen!“

 

KUS-Vorstand Johannes Hofner (rechts) begrüßte die über 70 Unternehmer/innen zum dritten KUS-Unternehmerfrühstück und leitete zum Vortrag „Wer länger sitzt ist früher tot“ von Cornelia Gehrmann (links) über.

 

Im zweiten Teil des KUS-Unternehmerfrühstückes erklärte Wirtschaftspsychologin Melanie Sichelschmidt die Details zur psychischen Gefährdungsbeurteilung, einer seit 2013 bestehenden Pflicht aus dem Arbeitsschutzgesetz. Sichelschmidt versuchte insbesondere den Betrieben die Angst zu nehmen, dass bei der Beurteilung auf einzelne Personen und deren mögliche seelische Probleme eingegangen würde. „Es geht um die Gesamtheit der Einflüsse, die auf die Mitarbeiter positiv oder negativ einwirken und darum passende Rahmenbedingungen zu schaffen“, erklärt die Wirtschaftspsychologin aus Hohenwart.

Erstmals wurde auch die Plattform „GESUND LEBEN – GESUND ARBEITEN“ vorgestellt. Angebote, Maßnahmen und Dienstleister aus der Gesundheitsbranche im Landkreis werden auf der Internetpräsenz übersichtlich präsentiert. „Die Plattform soll Unternehmen helfen, schnell und einfach Angebote und Dienstleister aus dem Landkreis zu finden, die beim Thema Gesundheit im Betrieb helfen können“, so KUS-Vorstand Johannes Hofner. Konzipiert und umgesetzt wurde die Plattform vom KUS, fachliche Unterstützung erfolgte seitens  Wirtschaftspsychologin Melanie Sichelschmidt, sowie von Matthias Steinberger und Heinz-Jürgen Maras von den Balance Studios. Die Internetseite ist ab sofort unter www.gesund-arbeiten-paf.de abrufbar und wird in den kommenden Monaten noch weiter ausgebaut. Anbieter aus der Gesundheitsbranche haben noch die Möglichkeit sich für eine Profilseite zu bewerben. Ein Anmeldeformular ist unter der Rurbik „Wir über uns“ zu finden.

Ausklang fand die Netzwerkveranstaltung beim gemeinsamen Austausch am Frühstücksbuffet.